(Aktualisierte Fassung vom 08.01.2026)
Anfang letzten Jahres hörte ich zum ersten Mal in der Hobbybäckercommunity von einer neuen Knetmaschine für Hobbybäcker, der Wilfa Probaker aus Norwegen. Als ich dann auch noch den positiven Erfahrungsbericht von Lutz Geissler im Februar 2021 gelesen habe, war klar: Die würde ich gerne mal testen.
Über meinen Kooperationspartner Ketex ist es mir dann gelungen im August 2022 ein Testgerät zu bekommen und danach hat mit der deutsche Importeur netterweise ein Testgerät für meine Kursbackstube überlassen. Heute möchte ich euch nach fast 9 Monaten von meiner Praxiserfahrung mit der Wilfa Probaker berichten.
Alle, die meine Kursbackstube kennen, wissen das ich bisher ein großer Fan der Ankarsrum Assistent bin, aber als Zweitmaschine auch eine Kennwood Chef XL im Einsatz habe. Die Wilfa Probaker ist nun die erste Maschine, die ich testen konnte, bei der sich sowohl Schüssel als auch Knethaken drehen, also genauso wie bei den großen Spiralknetern in der Profibackstube.
Lieferumfang
Die Wilfa Probaker ist eine reine Knetmaschine und wird mit einem schweren Knethaken aus beschichtetem Aluminium (Hauptmaterial: ADC12 (Aluminium), Weilburger Keramikbeschichtung), einem Flexirührelement und einem Schneebesenaufsatz geliefert. Sie hat eine 7 l fassende Edelstahlschüssel und eine Abdeckung aus Plexiglas. Die Maschine ist richtig, schwer und solide gebaut, nimmt aber trotzdem nicht mehr Raum ein als eine Kennwood oder Ankarsrum und ist sehr schlicht und ansprechend designt.
Inzwischen (2026) gibt es als Zubehör einen Massiven Knethaken aus Edelstahl.
Funktionalität
Der große Unterschied zu meinen bisherigen Maschinen ist die Kombination von drehender Schüssel und drehendem Knethaken. Die Drehzahl lässt sich sehr fein in 20 Stufen einstellen. Der sehr kurze Knetarm lässt sich nach oben wegschwenken, um die Schüssel leicht entnehmen zu können. Durch ihr Gewicht und den niedrigen Schwerpunkt steht sie absolut fest auf der Arbeitsfläche (ganz im Gegensatz z.B. zur Kennwood)
Ergänzung: Inzwischen gibt es eine zweite Version der Wilfa Probaker mit Timer. Sie hat eine Timerfunktion, über die man sowohl die Knetzeit einstellen, als auch die Knetzeit messen kann. Die Funktionalität ist elegant al Touchscreen in der Glasoberfläche des Knetarms untergebracht.
Praxiserfahrungen mit der Wilfa Probaker
Ich habe die Wilfa Probaker nun sowohl privat als auch im harten Kurseinsatz einige Monate getestet. Sie kommt mit allen Teigen, egal ob fest oder weich, sehr gut zurecht. Die Weizenteige werden gut ausgeknetet und auch bei Roggen- oder Vollkornteigen findet eine gute Durchmischung statt, ohne dass etwas am Rand kleben bleibt. Da die Teige kaum am Knethaken hochwandern, kann man bis zu 5 kg weichere Teige problemlos in die Schüssel packen. Aber auch kleine Menge ab ca. 250 g Mehl sind kein Problem. Daneben ist sie meist recht leise und auch sehr leicht zu reinigen. Toll ist auch, dass man problemlos Zutaten in die laufende Maschine geben kann, da durch den kurzen Knetarm der Zugang zur Schüssel einfach ist. Die Kneterwärmung ist höher als bei der Ankarsrum und liegt bei üblichen Knetzeiten von 10 bis 12 min meist bei 2-3 °C. Die besten Knetergebnisse habe ich mich dem unteren Drehzahlbereich von 0-30 (von 100) erreicht, was von den Angaben in der Anleitung abweicht.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mich die Wilfa Probaker vollends überzeugt hat, sie ist eine top Knetmaschine, und sie schließt eine Lücke, die es bisher zwischen den Maschinen von Kennwood und Ankarsrum und den wesentlich teureren Maschinen von Häussler gab. Sie erreicht als einzige Maschine, die ich bisher benutzt habe, exzellente Knetergebnisse bei allen Teigen, egal ob fest oder weich, ob Roggen oder Weizen.
Preis und kleinere Schwächen
Die einzige kleine Schwäche, die mir aufgefallen ist: manchmal, insbesondere wenn man einen Autolyseschritt in der Knetschüssel durchführt, bleiben einige feste Teigreste am Schüsselboden zurück, deshalb ist es bei der Wilfa Pobaker besonders wichtig zuerst das Wasser einzuwiegen. Der mitgelieferte beschichtete Knethaken neigt dazu nach längerer Nutzung etwas von seiner Keramikbeschichtung zu verlieren, gesundheitlich ist das aus meiner Sicht unbedenklich, aber vielleicht sollte sich Wilfa überlegen, den inzwischen erhältlichen Edelstahlhaken zum Standardzubehör zu machen. Ansonsten ist der Preis von rund 700 € natürlich auch keine kleine Investition und lohnt sich nur für ambitionierte Bäcker, da die Wilfa eben auch keine universelle Küchenmaschine mit vielen Zubehörteilen wie die Kennwood oder die Ankarsrum ist. Aber auch das hat Wilfa erkannt und bietet seit kurzem einen Adapter für langsam laufendes Kennwoodzubehör wie z.B. eine Getreidemühle an.
Inzwischen kann ich auch schon etwa zur Robustheit der Maschine sagen: Wilfa bietet beeindruckende 5 Jahre Garantie auf die Maschine und sogar 10 Jahre auf den Motor der Probaker. Ich hatte in den ersten 9 Monaten einen Ausfall, bei dem mir aber schnell und unkompliziert ein Austauschgerät zur Verfügung gestellt wurde.
Fazit
Wer oft bäckt und nach einer reinen Knetmaschine sucht, sollte sich die Wilfa Probaker unbedingt näher anschauen. Bisher gibt es aus meiner Sicht keine vergleichbare Maschine in dieser Preisklasse auf dem Markt, die mit allen Teigkonsistenzen so gut zurechtkommt.
*Aus rechtlichen Gründen muss ich diese Artikel als „Werbung“ kennzeichnen, da mir die Maschine kostenlos vom Generalimporteur zur Verfügung gestellt wurde.


