Pfänderkruste

Vor ein paar Monaten war ich beim Stöbern im Internet über das Rezept für ein helles Mischbrot mit dem Namen “Marktkruste” bei Ketex gestolpert. Es war mir aufgefallen, da es von Caroline Courts in der WDR-Sendung “Alles in Butter” gelobt worden war.

Ich habe mir das Rezept genauer angeschaut und beschlossen es an ein paar Stellen abzuwandeln und so ist daraus die “Pfänderkruste” geworden. Ich habe den 15% Roggenanteil als Vollkornmehl hinzugefügt und die Weizensauerteigführung angepasst und als Special noch etwas Altbrot im Sauerteig mit fermentiert, was zu mehr Geschmack und Frischhaltung des Brots führt.

Der Name geht übrigens darauf zurück, dass ich dieses Rezept bei meinem letzten Aufenthalt auf dem Pfänder, dem Hausberg von Bregenz in Vorarlberg, entwickelt habe.

Die Pfänderkruste ist ein helles Weizenmischbrot mit zwei Vorteigen: einem Weizensauerteig und einem flüssigen Hefevorteig, einem sog. Poolish. Üblich ist bei Weizenmischbroten eher einen Roggensauerteig zu verwenden, aber so wird der Geschmack des Brots deutlich milder.

In Summe ist die Pfänderkruste ein mildes, unkompliziertes Brot geworden, dass mit einem recht geringen Zeitaufwand am Backtag von ca. 3,5 Std. auskommt.

Das Rezept ist mit Absicht für vier Stück, da man damit den Ofen optimal ausnutzt und die nicht sofort benötigten Brote dann gut einfrieren kann. Natürlich könnt ihr aber auch eine kleinere Stückzahl backen, müsst dann allerdings das Rezept umrechnen oder die BackApp dafür nutzen.

Pfänderkruste (4 Stück mit je 550 g Teigeinwaage)

Sauerteig
138 g Wasser ca. 35 °C
25 g Weizen- oder Roggenanstellgut
126 g Weizenmehl 550
25 g Altbrot (geröstet und gemahlen)
Alle Zutaten vermischen und bei Raumtemperatur für ca. 12 Std. abgedeckt reifen lassen.

Poolish
2,5 g Hefe
126 g Wasser (20 °C)
126 g Weizenmehl 550
Hefe im Wasser lösen und dann alles gut vermengen . 1 Std. bei Raumtemperatur reifen lassen und anschließend für 12-24 Std. im Kühlschrank weiterreifen lassen.

Hauptteig
314 g reifer Sauerteig (Raumtemperatur)
254 g reifes Poolish (aus dem Kühlschrank ca. 8 °C)
591 g Wasser ca. 24 °C
805 g Weizenmehl 550
189 g Roggenvollkornmehl
9 g Hefe
25 g Salz
13 g inaktives Backmalz oder Honig

Kneten: Alle Zutaten ca. 6 Min. langsam mischen, dann den Teig ca. 6-8 Min. auf zweiter Stufe zu einem glatten geschmeidigen Teig auskneten (Fenstertest). Teigtemperatur 25-26 °C

Stockgare: 1 Std. 30 Min. in einer geölten Teigwanne aufgehen lassen, dabei einmal nach ca. 30 Min. dehnen und falten.

Aufarbeiten: Den Teig auf, die gut mit Roggenmehl bemehlte Arbeitsfläche geben und in 4 Stücke a 550 g aufteilen, die Teilstücke von allen Seiten einfalten und mit wenig Mehl straff rundwirken.

Stückgare: Mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Bäckerleinen/Geschirrtuch legen, der relativ feste Teig benötigt kein Gärkörbchen. Ca. 1 Std. aufgehen lassen bis der Fingertest eine knappe Gare zeigt.

Backen: Den Ofen mit Backstahl/-stein oder Blech und Schwadenschale gut auf 250 °C vorheizen. Die 4 Teiglinge mit dem Schluss nach unten auf ein Backpapier/Dauerbackfolie legen, sodass sie sich fast berühren, ich mag es, wenn sie etwas “angeschoben” gebacken werden. Kreuzweise ca. 1,5 cm tief mit einem scharfen Messer einschneiden und dann mit kräftigem Schwaden einschießen. Nach 15 Min., den Dampf ablassen und die Temperatur auf 200° C reduzieren und die Pfänderkrusten für insgesamt 40 bis 45 Min ausbacken. In den letzten 4-5 Min. den Ofen einen Spalt öffnen, um eine krosse Kruste zu bekommen.

Die Pfänderkruste schmeckt in den ersten 1-2 Tagen am besten, danach kann man die Scheiben aber auch noch sehr gut auftoasten. Die kleinen Laibe kann man auch wunderbar einfrieren.

Download des Rezepts für die BackApp (kein PDF zum Drucken):

Pfaenderkruste.bakingAppRecipe (190 Downloads )

In der BackApp FAQ-Sammlung  erfährst Du wie der Import in die BackApp funktioniert.

Weizenvollkornbrötchen

Ich habe mir zum Ziel gesetzt mehr mit Vollkornmehlen zu backen, weil sie gesundheitlich, gerade wenn sie eine lange Fermentationszeit bekommen, einfach viel gesünder sind und dann natürlich auch das volle Korn wirklich für unsere Nahrung verwendet wird und nicht wichtige Anteile wie der Keimling und die Kleie einfach nur im Viehfutter landen.

Es gibt natürlich schon einige Vollkornrezepte im Blog, aber bei den Brötchen hatte ich da bisher nichts im Angebot. Deshalb stand das Ziel ein Weizenvollkornbrötchenrezept zu entwickeln schon länger auf meiner To-do-Liste.

Ein wirklich saftiges, geschmacklich gutes Weizenvollkornbrötchen hinzubekommen hat sich dann aber als schwerer als gedacht herausgestellt. Auch die ersten Versionen waren schon lecker, Ihnen fehlte aber immer das gewisse Etwas und sie schmeckten eher fad, oder waren auch nicht saftig genug. Deshalb ist es ein etwas aufwändigeres Rezept mit zwei Vorstufen geworden: Einer Pate Fermentée als Vorteig, einem Brühstück für die Saftigkeit und noch zusätzlich Roggenanstellgut im Hauptteig für mehr geschmackliche Komplexität. Das Rezept nutzt eine Übernachtgare so kann man leckere Weizenvollkornbrötchen am morgen frisch backen und natürlich kann man sie auch gut einfrieren.

Ich finde sie nun sehr gelungen und bin gespannt auf euer Feedback.

Noch ein paar Worte zum Mehl: Ich habe die Brötchen sowohl mit selbst gemahlenem Weizenvollkornmehl als auch mit Biomehl aus dem Drogeriemarkt gebacken und konnte keine signifikanten Unterschiede feststellen.

Weizenvollkornbrötchen (9 Stück)

Pate Fermentée (gereifter Teig)
0,3 g Hefe
89 g Wasser (ca. 20° C)
136 g Weizenvollkornmehl
3 g Salz
Hefe im Wasser auflösen und dann alle Zutaten zu einem festen Teig verkneten. 8-12 Std. bei Raumtemperatur reifen lassen. Die Pate Fermenteé kann, wenn notwendig danach noch gut 12 Std. im Kühlschrank gelagert werden.

Brühstück
23 g Weizenvollkornmehl
1 g Salz
46 g Wasser kochend
Kochendes Wasser zum Mehl und Salz geben und alles gut vermischen und mit einer Folie direkt auf dem Brühstück abdecken. 1 bis 12 Std. durch quellen und abkühlen lassen.

Hauptteig
70 g Brühstück (abgekühlt)
228 g reife Pate Fermentée
177 g Wasser (ca. 20 °C)
46 g Roggenanstellgut (aus dem Kühlschrank, gerne auch älter als eine Woche, alternativ auch Weizenanstellgut, bringt aber weniger Aroma)
296 g Weizenvollkornmehl
9 g Butter/Öl
9 g Honig (optional, rundet den Geschmack ab)
3,6 g Hefe
6 g Salz
10 -20 g Wasser B (später)

optional: Kümmel /grobes Salz oder Flocken zum Bestreuen

Kneten: ca. 10 Min. langsam mischen, 5-6 Min. auf zweiter Stufe den Teig auskneten bis ein Fenstertest möglich ist, dann je nach Mehl noch etwas zusätzliches Wasser B zugeben. Teigtemperatur ca. 25 °C.

Stockgare: In einer geölten Wanne oder Schüssel den Teig abgedeckt 1 Std. bei Raumtemperatur gehen lassen dabei dann einmal dehnen und falten. Dann den Teig für 8-16 Std. im Kühlschrank weiter reifen lassen.

Aufarbeiten: Den Teig auf die mit Vollkornroggenmehl bemehlte Arbeitsfläche geben und in 9 Stücke á 95 g aufteilen. Die Teilstücke rundherum einfalten und mit wenig Druck rundschleifen, sodass ein offener Schluss entsteht (dabei hilft es ganz wenig Roggenvollkornmehl zu benutzen).

Stückgare: Die Teiglinge mit dem Schluss nach unten in ein leicht bemehltes Bäckerleinen/Tuch legen und abgedeckt für 15 Min. im leicht vorgeheizten Ofen (ca. 30-40 °C) und danach 25 Min. bei Raumtemperatur bis zur knappen Gare (mit dem Fingertest prüfen) aufgehen lassen.

Backen: Die Teiglinge mit dem Schluss nach oben auf ein Backpapier/Dauerbackfolie legen und optional feucht machen und mit Flocken oder einer Salz/Kümmelmischung bestreuen. In den mit Backstahl/-stein oder Blech und Schwadenschale gut auf 230-240 °C vorgeheizten Ofen einschießen und kräftig schwaden. Für 18 Min. fertig backen, nach ca. 12 Min den Dampf ablassen und nach Ende der Backzeit die Tür eine Min. offen lassen, wenn eine krosse Kruste gewünscht ist.

Download des Rezepts für die BackApp (kein PDF zum Drucken):

Weizenvollkornbroetchen.bakingAppRecipe (1098 Downloads )

In der BackApp FAQ-Sammlung  erfährst Du wie der Import in die BackApp funktioniert.

Weizenkissen

Die Weizenkissen sind für mich die fluffigsten Brötchen, die ich bisher gebacken habe. Es handelt sich um ganz einfache „Abstechbrötchen”, Brötchen die nicht groß geformt werden, sondern einfach nur mit der Teigkarte abgestochen werden und dann direkt gebacken werden können. Dieses Rezept ist auf Basis des Rezepts der „Kochertaler“ Brötchen aus dem “Hohenloher Backbuch” von Ingmar Krimmer entstanden, ich habe einen Vollkornanteil und etwas Anstellgut hinzugefügt, um sie etwas herzhafter und aromatischer zu machen, so sind sie für mich perfekt.

Solche Brötchenrezepte eignen sich insbesondere, wenn man ohne viel Arbeit und lange Stückgare am morgen frische Frühstücksbrötchen backen will. In einer guten Stunde hat man die Brötchen auf dem Tisch. Ein weiteres Rezept mit ähnlichem Ablauf in meinem Blog sind die Saatenbrötchen oder auch die dänischen Sauerteigbrötchen.

Hier ein beispielhafter Ablauf am morgen: (Vorteig und Hauptteig werden schon am Vortag vorbereitet)

7:30 Teig zum Akklimatisieren aus dem Kühlschrank holen: (45 Min)
7:50 Ofen aufheizen (25 Min)
8:15 Brötchen abstechen (10 Min)
8:25 Backen
8:45 Brötchen sind fertig!

Weizenkissen (9 Stück)

Vorteig (Poolish)
140 g Wasser (ca. 20 °C)
1 g Hefe
140 g Weizenmehl 550
Alles gut mischen und 2 Std. abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen, dann für 8-24 Std. in den Kühlschrank stellen.

Haupttteig
reifer Vorteig (Poolish) aus dem Kühlschrank
20 g Weizensanstellgut aus dem Kühlschrank (alternativ auch Roggen)
200 g Wasser ca. 30 °C
325 g Weizenmehl 550
35 g Weizenvollkornmehl
8 g Backmalz inaktiv
2 g Backmalz aktiv (optional)
10 g Salz
4,5 g Hefe

20 g zusätzliches Wasser später zugeben je nach Mehl eventuell weglassen

Optional: Saaten( Mohn, Sesam, …) zum Bestreuen.

Kneten: Alle Zutaten 4-6 Min gut mischen und dann auf zweiter Stufe ca. 8-12 Min auskneten bis ein Fenstertest möglich ist, der Teig löst sich von der Schüssel. Dann das zusätzliche Wasser B schluckweise unterkneten. Angestrebte Teigtemperatur 23–25 °C.

Stockgare: 1,5 Std. abgedeckt bei Raumtemperatur in einer eingeölten Teigschüssel/-wanne gehen lassen, dabei zweimal nach je 30 und 60 Min. dehnen und falten und dann weitere 8–16 Std. im Kühlschrank aufgehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen in dieser Zeit ungefähr verdoppeln.

Akklimatisieren: Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und bei Raumtemperatur in der Teigwanne ca. 45 Min akklimatisieren lassen.

Ofen vorheizen: Den Ofen mit einem umgedrehten Blech oder Backstahl oder -stein und einer Schwadenschale auf 230–240 ° C vorheizen.

Aufarbeiten: Den Teig aus der Wanne auf die leicht mit Roggenmehl bemehlte Arbeitsfläche stürzen und auch auf der Oberseite leicht bemehlen. 10 gleich große Stücke mit einer Teigkarte abstechen und auf ein Backpapier/Dauerbackfolie legen. Optional die abgestochenen Teiglinge befeuchten und vorsichtig in Saaten (Mohn, Sesam, etc.) wenden.

Backen: Die Brötchen in den auf 230-240 °C vorgeheizten Ofen einschießen und direkt kräftig schwaden, den Dampf nach 10 Min. ablassen und weiter 7–8 Min. fertig backen, in den letzten 1–2 Minuten die Backofentür einen Spalt öffnen, um ein krosse Kruste zu erhalten.

Download des Rezepts für die BackApp (nur für Apple iOS, kein PDF zum Drucken):

Weizenkissen.bakingAppRecipe (5602 Downloads )

In der BackApp FAQ-Sammlung wird erklärt, wie der Import in die BackApp funktioniert.