Test/Erfahrungsbericht der Knetmaschine Ooni Halo Pro

Seit ein paar Monaten hatte ich testweise eine neue Knetmaschine in meiner Kursbackstube zu Gast: die Ooni Halo Pro. Ich wollte eigentlich schon viel früher über meine Erfahrungen berichten, aber ich bin erst jetzt dazu gekommen, meine Erfahrungen zusammenzufassen. Dies ist mein zweiter ausführlicher Test einer Knetmaschine, vor ca. 3 Jahren habe ich einen Testbericht über die Wilfa Probaker veröffentlicht.

Aufbau der Ooni Halo Pro

Die Ooni Halo Pro ist ein Produkt des britischen Herstellers Ooni, der bisher für seine Pizzaöfen bekannt war. Hergestellt wird sie in China. Die Halo Pro ist vom Aufbau her ein Spiralkneter mit Teigbrecher, bei dem sich sowohl die Schüssel als auch der Knethaken dreht. Eine Konstruktion, wie man sie von größeren italienischen Pizzateigknetern wie z.B. der Famag Grilletta kennt. Die Halo Pro ist aber im Gegensatz zu den recht klobigen Pizzateigknetern wirklich für den Haushaltsgebrauch gestaltet. Das Design finde ich ansprechend und fügt sich in den Farben weiß und dunkelgrau gut in jede moderne Küche ein. Die Maschine wiegt fast 15 kg und ist damit absolut standfest.

Lieferumfang und Funktionalität

Die Ooni Halo Pro wird mit einem 7 l Edelstahlkessel geliefert und neben dem soliden Edelstahlknethaken mit Teigbrecher wird noch ein mit Gummi überzogener Flachschläger und ein Schneebesen mit Getriebe mitgeliefert. Schüssel und Knethaken können zum Reinigen problemlos abgenommen werden, dies ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen Pizzateigknetern.

Die Maschine wird über einen Netzschalter angeschaltet und dann über einen zentralen Drehkopf und ein Touchfeld bedient. Damit kann man sowohl die Knetgeschwindigkeit als auch den Timer für die Laufzeit einstellen.

Außerdem hat die Halo Pro eine Kesselbeleuchtung, sodass man seinen Teig immer gut im Blick hat. Zum Lieferumfang gehört auch eine transparente Schüsselabdeckung, die man zur Zugabe von Zutaten aufklappen kann und die auch eine spezielle Öffnung zur Zugabe von Flüssigkeiten hat.

Preislich liegt die Ooni Halo Pro bei ca. 750 €, was ähnlich bzw. leicht höher ist als andere bei Hobbybäckern beliebten Maschinen wie z.B. der Ankarsrum Assistent oder der Wilfa Probaker.

Praxiserfahrungen

Ich habe über die letzten Monate mit der Ooni sehr unterschiedliche Teige geknetet, vom reinen Weizenteig über Mischbrotteige bis hin zu Roggenteigen. Auch habe ich sowohl feste (Teigausbeute = TA 150) als auch sehr weiche Teige (TA 190) mit der Ooni Halo Pro geknetet. Zusätzlich habe ich auch noch das Kneten von Mürbeteig und auch das Aufschlagen von Eiweiß mit dem Schneebesen getestet. Die Ergebnisse habe ich in der folgenden Tabelle zusammengestellt.

Teigart Erfahrungen
weicher Weizenteig (TA > 170)wird bei Mengen ab 1 kg Teig gut geknetet, auch 4-5 kg Teig sind kein Problem.
fester Weizenteig (TA 150-160)wird auch bei kleineren Mengen Teig gut geknetet
MischbrotteigeGutes Knetergebnis bei hohem Weizenanteil, je höher der Roggenanteil, desto schlechter wird das Knetergebnis, unter Umständen den gummierten Flachschläger verwenden.
Roggenteigemit dem gummierten Flachschläger möglich, bei größeren Mengen aufpassen, dass der Teig nicht den Haken hochklettert
MürbeteigMit gummiertem Flachschläger klappt das Mischen von Mürbeteig gut.
EischneeDas Aufschlagen von Einschnee mit dem mitgelieferten Schneebesen funktioniert leider überhaupt nicht.

Teigmenge: In der Anleitung der Ooni Halo Pro wird als Mindestteigmenge 1 kg und Maximalmenge 5 kg angegeben. Mit kleinem Mengen gerade weicher Teige tut sich die Maschine wirklich schwer und knetet sie schlechter und langsamer als andere Knetmaschinen.

Lautstärke: Die Ooni Halo Pro liegt im Vergleich zu den mir bekannten Maschinen von der Lautstärke her im Mittelfeld, sie ist z.B. deutlich lauter als die Wilfa Probaker und die Ankarsrum. Zusätzlich schaltet sich bei längeren Knetzeiten auch noch ein Lüfter zu, der den Motor der Maschine auch nach dem Ende der Knetzeit noch weiter kühlt.

Knetgeschwindigkeiten/Teigerwärmung: Ich habe die besten Erfahrungen bei der Ooni Halo Pro bei eher niedrigen Knetgeschwindigkeiten von 5-10 % zum Mischen der Teige und 30-40 % für das Auskneten gemacht. Bei höheren Geschwindigkeiten erwärmt sich der Teig schnell und es kann auch zum Überkneten selbst bei eher unempfindlichen Weizenteigen kommen.

Fazit / Stärken und Schwächen

Die Ooni Halo Pro ist hochwertig verarbeitet, insbesondere der Edelstahlknethaken und die Schüssel sind in guter, schwerer Qualität gefertigt. Ihre Stärke ist klar das Kneten von größeren Mengen an Weizenteigen, da merkt man das Ooni eben bisher als Hersteller von Pizzaöfen bekannt war.

Schwächen zeigt die Halo Pro bei kleinen Teigmengen und bei Teigen mit höherem Roggenanteil, welche sie nicht so gut knetet. Auch ist durch den Teigbrecher der “Zugang” zum Teig, z.B. für einen Fenstertest nicht so einfach wie bei anderen Knetmaschinen. Zudem ist die Maschine mir auch etwas zu laut.

Mein Fazit: Für alle, die hauptsächlich größere Mengen an Weizenteigen kneten ist die Ooni Halo Pro eine gute Wahl, wenn man allerdings auf der Suche nach einer universellen Maschine ist, die z.B. auch mit Roggenteigen und kleinen Teigmengen gut zurechtkommt, gibt es bessere Alternativen in dieser Preisklasse. Für andere Aufgaben als das Kneten von Teigen ist die Ooni eher nicht geeignet, so versagt sie z.B. beim Aufschlagen von Eischnee.

Transparenzhinweis: Aus rechtlichen Gründen muss ich diese Artikel als „Werbung“ kennzeichnen, da mir die Maschine vom Hersteller Ooni kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt wurde.

Französisches Salziges Brioche

Schon lange wollte ich mal ein Briocherezept hier teilen, dass den Ansprüchen eines französischen Bäckers an Briocheteige auch wirklich gerecht wird.

Aber was macht eigentlich ein französisches Brioche aus und was unterscheidet es von einem deutschen Hefeteig?

  1. Briocheteig enthält viel mehr Ei als ein deutscher Hefefeinteig, entweder Vollei oder eine Mischung aus Vollei und zusätzlichen Eigelb. Teilweise wird ausschließlich Ei als Schüttflüssigkeit benutzt.
  2. Briocheteig ist wesentlich butterreicher, 40- 80 % Butter (in Bezug auf die Mehlmenge) sind übliche Mengenverhältnisse.

Damit ist Brioche wesentlich reichhaltiger und bekommt hierdurch auch seine typisch, butterige, flauschige Konsistenz.

In Frankreich heißen übrigens alle Gebäcke aus Briocheteige “Brioche” egal wie sie geformt sind und nicht nur das sog. “Brioche à Tête” mit dem Kugelköpfchen.

Ich habe mich beim Rezept für eine “ungesüßte” Variante entschieden, die auch lecker zu herzhaften Belag, wie z.B. Weichkäse oder Leberwurst schmeckt, die kleine Menge Zucker sorgt hierbei für eine schöne Bräunung und ein gutes Volumen. Wenn Du ein leicht süßes Brioche haben möchtest, erhöhe die Zuckermenge auf 50-60 g.

Wundert Euch nicht über die relativ hohe Hefemenge von 4 %, da der Teig so viel Butter enthält benötigt man die höhere Hefemenge und kann dem Teig trotzdem genug Zeit geben, damit ein bekömmliches Gebäck entsteht.

Bei der Stockgare bitte beachten, sie sollte mindestens 3 Std. dauern, kann aber auch auf bis zu 14-16 Stunden über Nacht im Kühlschrank verlängert werden.

Französisches Salziges Brioche (ca. 1000 g)

300 g Ei ca. 6 Stück Größe M aus dem Kühlschrank
25 g Milch (je nach Mehl reduzieren oder weglassen)
500 g Weizenmehl 550
15 g Zucker
12 g Salz
20 g Hefe
300 g Butter (später)

Eistreiche (1 Ei, etwas Salz und Zucker)

Kneten: Ohne Butter alle Zutaten 4 Min. vermischen und ca. 4-6 Min. auf Stufe 2 kneten, kalte Butter in Stücken dazugeben und unterkneten. Die Teigtemperatur sollte bei 21 – 22 °C liegen.

Stockgare: Den Teig abgedeckt 1 Std. bei Raumtemperatur stehen lassen, einmal entgasen und dann mindestens 2 Std. oder über Nacht im Kühlschrank stehen lassen.

Aufarbeiten: je nach gewünschter Form: z.B. in 3 Teile aufteilen, Stränge formen und einen Zopf flechten, frei oder wie ich in einer Kastenform aufgehen lassen. 

Stückgare: 2-3 Std. mit einem Tuch abgedeckt, Dauer je nach Temperatur, Volumen sollte sich verdoppelt haben. Mit Eistreiche bestreichen.

Backen: Ofen auf 220 °C vorheizen, direkt auf 200 °C zurückschalten und nach 8 Min. auf 180 °C zurückschalten. Insgesamt ca. 35 – 40 Min., backen. Ggf. Kerntemperatur 92-93 °C messen. Frei geschoben (ohne Form) sollten ca. 30 Min. Backzeit ausreichen.

Download des Rezepts für die BackApp (nur für Apple iOS, kein PDF zum Drucken):

FranzösischesSalzigesBrioche.bakingAppRecipe (3488 Downloads )

In der BackApp FAQ-Sammlung wird erklärt, wie der Import in die BackApp funktioniert.

Rheinisches Schwarzbrot

Dieser Klassiker aus dem Rheinland hat bisher in meinem Blog gefehlt und da ich nun schon mehrfach von Lesern danach gefragt wurde ob ich nicht ein Rezept für rheinisches Schwarzbrot für sie hätte, habe ich mich nun entschlossen eine eigene Version für den Blog zu entwickeln.

Das rheinische Schwarzbrot ist in fast jeder Bäckerei in Köln zu bekommen, meist auch in recht guter Qualität und damit gehört es zu einem der Traditionsbrote in Köln und Umgebung. Klassisch ist das rheinische Schwarzbrot, ein Roggenvollkornbrot, das ausschließlich aus Roggenschrot und -mehl mit Sauerteig hergestellt. Seine typische dunkle Farbe bekommt es durch die lange Backzeit und Zusätzen von dunklem Malz, oft auch Rübenkraut oder manchmal wird auch mit Zuckercouleur nachgeholfen. Man erhält ein leckeres Vollkornbrot mit guter Frischhaltung, das man, wenn es geschnitten ist, im Kühlschrank gut und gerne 10 Tage aufbewahren kann.

Für mein Rezept habe ich mich entschieden, sowohl ganze Roggenkörner (in einem Kochstück) als auch groben Roggenschrot und Roggenmalzflocken in einem Brühstück zu verwenden, der restliche Getreideanteil im Sauerteig und Hauptteig ist ausschließlich mittelfeiner Roggenschrot. Bei mir handelt es sich also um ein reines Schrotbrot. Gelockert wird mein rheinisches Schwarzbrot mit einem milden Roggenschrotsauerteig dank Salzsauerteigführung. Ich habe für die dunkle Farbe und den typischen Geschmack etwas dunkles Malz zugesetzt.

Das rheinische Schwarzbrot gehört zu den etwas aufwändigeren Broten, hier ein paar Hinweise zur Backplanung und den Besonderheiten:

Tag 1 abends:
– Sauerteig ansetzen
– Kochstück mit Körnern herstellen

Tag 2 morgens/mittags:
– Brühstück herstellen
– Hauptteig herstellen
– Brot backen

Teigtemperatur: Für ein aromatisches gut fermentiertes Brot ist es wichtig, dass ihr die Teigtemperatur von ca. 30 °C trefft, dies gelingt, nur wenn man das Brühstück nicht ganz abkühlen lässt und noch mit einer Temperatur von 50-55 °C benutzt. Außerdem beachten, dass der Teig beim 15 Min. mischen abkühlt, deshalb muss er eher mit 33-34 °C angesetzt werden. Das recht lange langsame Mischen ist essenziell in einem Schrotbrot, damit eine gute Bindigkeit im Teig entsteht.

Backen: Rheinisches Schwarzbrot wird bei relativ geringer Temperatur (160 °C) 3 Stunden gebacken, damit es sein typisches Aroma entwickelt. Das ist zwar noch viel kürzer als beim Pumpernickel, aber trotzdem viel länger als bei allen anderen Brotsorten. Deshalb lohnt es sich auch immer mindestens 2 Brote zusammen zu backen, um den Ofen besser auszunutzen.

Rheinisches Schwarzbrot (ca. 1,1 kg Brot in einer 750 g Form)

Sauerteig:
195 g Wasser ca. 43-44 °C
4 g Salz
195 g Roggenschrot mittelfein
38 g Roggenanstellgut
Alle Zutaten gut vermischen und 12 – 16 Std. bei Raumtemperatur abgedeckt reifen lassen.

Kochstück
95 g ganze Roggenkörner
ca. 135 g Wasser
in einem kleinen Topf mit Deckel die Körner so lange kochen bis sie weich sind und alles Wasser aufgenommen haben (ca. 20 Min.) über Nacht abgedeckt abkühlen lassen.

Brühstück
31 g Roggenmalzflocken (alternativ durch groben Roggenschrot ersetzen)
63 g. Roggenschrot grob
142 g Wasser kochend
Alles vermischen und mit einer Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken. Bis auf 50-55 °C abkühlen lassen, Temperatur unbedingt kontrollieren.

Hauptteig:
Reifer Sauerteig
Kochstück
Brühstück ca. 50-55 °C
225 g Roggenschrot mittelfein
10 g Salz
24 g dunkles Backmalz (z.B. Roggenröstmehl, Gerstenmalzextrakt)
95 g Wasser 67 °C

Kneten: Alles 15 Min. langsam mischen, dass ein bindiger Teig entsteht. Teigtemperatur 30-31 °C

Stockgare (Kesselgare): 30 Min. abgedeckt in der Rührschüssel gehen lassen.

Aufarbeiten: Den Teig auf die nasse Arbeitsfläche geben und mit nassen Händen in Form bringen und direkt in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte 750 g Kastenform geben. Glatt streichen und mit Roggenvollkornmehl oder feinem Schrot bestreuen.

Stückgare: Mit einem Tuch abgedeckt für 50 -75 Min aufgehen lassen, bis sich erste 2-3 mm breite Gärrisse an der Oberfläche zeigen.

Backen: Das Schwarzbrot wird im, mit Backstahl oder -stein und Schwadenschale auf 220 °C vorgeheizten Backofen direkt mit den Kastenformen auf dem Stahl oder Stein gebacken. Die Temperatur wird direkt auf 160 °C reduziert und es wird sehr kräftig geschwadet. Die Gesamtbackzeit beträgt 3 Std. Nach jeweils 60 Min zweimal etwas Wasser in der Schwadenschale nachgeben und das Brot einsprühen, damit die Oberfläche nicht zu hart wird. Nach Ende der Backzeit noch 30 Min. im ausgeschalteten Ofen lassen und dann aus den Formen nehmen und auf einem Gitter mindestens 12 Std. auskühlen lassen.

Schwarzbrot wird klassisch in dünne 5-6 mm dicke Scheiben geschnitten, am besten gelingt das mit einer Brotschneidemaschine.

Ich finde das rheinische Schwarzbrot ein super leckeres Brot. Dünn mit Butter bestrichen, eine Scheibe guten Gouda darauf oder wer mag auch mit Leberwurst und Gürkchen darauf einfach ein Genuss!

Auch bei der Lagerung ist das rheinische Schwarzbrot etwas Besonderes: Man kann es für eine bessere Haltbarkeit dicht eingepackt im Kühlschrank lagern, ohne dass es altbacken wird. Natürlich lässt sich rheinisches Schwarzbrot auch gut einfrieren.

Download des Rezepts für die BackApp (nur für Apple iOS, kein PDF zum Drucken):

RheinischesSchwarzbrot.bakingAppRecipe (4364 Downloads )

In der BackApp FAQ-Sammlung wird erklärt, wie der Import in die BackApp funktioniert.