Osterbäckereien: Focaccia mit Lievito Madre und mehr

Das lange Osterwochenende haben wir bei lieben Freunden am  Chiemsee verbracht, da das Wetter ja sehr wechselhaft war und es außerdem viele gute Esser gab, blieb viel Zeit zum Backen.

Erschwerend kam hinzu das direkt auf dem Weg die Drax-Mühle mit ihrem beindruckenden Angebot an Getriede- und Mehlsorten lag, so dass an verschiedenen Mehlen kein Mangel herrschte:

Pizzateig “superhydratisiert”, dank nichtlinearen Wägeeffekten ;-), hat  die größten Blasen und gab eine superleckere Pizza

Zu Ostern durfte das Pane die Pasqua, nach dem Rezept aus der Zeitschrift Brot vom März 2018, natürlich nicht fehlen:

Osterhäschen aus dem selben Teig wie meine  Reihenweckchen ( nach der Formel 1 Hase = 100g Bauch plus 40 g Kopf):

Als letztes zum Angrillen am Ostermontag: Eine Focaccia, das ideale Grillbrot, das immer gelingt als Rezept:

Focaccia mit Lievito Madre ( 1 Blech)

Vorteig (Lievito Madre, TA150):
50 g Lievito Madre
50 g Weizenmehl 550
25 g Wasser (warm)
vermischen und zu einer Kugel kneten, abgedeckt 3-4 h bei 30 °C stehen lassen, bis sich der Vorteig mindestens verdoppelt hat.

Alternativ mit Weizensauerteig (TA200)
10 g Weizenanstellgut
80 g Weizenmehl 550
80 g Wasser (35-40°C)
Vermischen und abgedeckt 10-12 h bei Raumtemperatur stehen lassen.
Bei einem Vorteig mit TA200 im Hauptteig 45 g weniger Wasser verwenden!

Hauptteig:
Vorteig
415 g Weizenmehl (50:50 Typ 550 und Ruchmehl oder 80/20 Typ 550 und Weizenvollkornmehl)
350 g Wasser (ca. 25 °C)
25 g Olivenöl
3 g Hefe
9 g Salz

Belag:
Olivenöl, grobes Salz, Rosmarin oder Thymian (frisch oder getrocknet), Knoblauch fein gehackt, Zwiebelringe, …. 

Alle Zutaten 4 min  langsam und 8-10 min schnell kneten bis der weiche Teig deutliche Spannung bekommen hat. Teigtemperatur 25-26°C.
Stückgare: dreimal 45 min mit jeweils dehnen und falten. Dann den Teig auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und ca. 20 min  gehen lassen, dann mit viel Olivenöl, Salz und den Kräutern bestreuen und das alles mit allen 10 Fingern einmassieren, damit die typische “Kraterlandschaft” entsteht. Nochmals 20-30 min gehen lassen und dann bei 250°C (gut vorgeheizt) 15-20 min goldbraun backen.

Alternativ kann man den Teig auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen: die Hefemenge auf 2 g reduzieren und nach 1 h Stockgare bei Raumtemperatur in den Kühlschrank stellen und nach 10-14 h dann weiterverarbeiten. Die Stückgare auf jeweils 30 min erweitern.

Basics – Pizzateig

Pizza gehört zu den beliebtesten Essen in unserer Familie, insbesondere da sie ja jeder nach seinem Gusto belegen kann. Da selbst gemachter Pizzateig ein absolutes Muss für eine gute Pizza ist, möchte ich heute im Blog  mein ganz einfaches Standardrezept für Pizzateig vorstellen.

Pizzateig (für ca. 3 Bleche Pizza)

450 g Weizenmehl 550/405/ Typo 00
50 g Dinkelmehl
335 g Wasser handwarm
15 g Olivenöl
10 g Salz
ca. 3 g Hefe

Alle Zutaten gut verkneten (geht auch gut von Hand, in einer Schüssel mit dem Teigschaber), Teigtemperatur sollte ca. 25 °C betragen. Den Teig in eine verschließbare Wanne oder Schüssel  geben und ca. 1 h bei Raumtemperatur abgedeckt gehen lassen, dabei zweimal dehnen und falten.

Dann den Teig abgedeckt  für mindestens 7 Std. bis zu 24 Std. in den Kühlschrank stellen, er sollte sich  in dieser Zeit deutlich vergrößert haben. Den Teig in 3-4 Teile teilen ( je nach gewünschter Größe der  Pizza ) und die Stücke kurz rundwirken und dann 30 – 60 min abgedeckt entspannen lassen. Dann den Pizzaboden mit viel Hartweizenmehl dünn ausziehen und auf ein Backpapier legen. Nach Wunsch belegen und dann das Backpapier auf den sehr gut vorgeheizten Backstein oder ein heißes Blech  ziehen. Ca. 8-12 Minuten bei 260°C  (wenn der Ofen mehr schafft  dann gerne auch 300 °C..) so lange backen bis  den Rand schön gebräunt und kross ist. ( Die Backzeit hängt stark vom Ofen und vom Belag ab).

Hier als “Dünnele” also schwäbisch-badische “Pizza bianco ” belegt.

Orientalisch: Fladenbrot mit Humus und Foul

Heute habe ich zur Abwechslung mal nicht nur ein Brotrezept sondern ein ganzes Hauptgericht. Ich habe heute aus meinem Lieblinsgkochbuch von Yotam Ottolenghi, zum ersten Mal Humus mit Foul  selbst gemacht, dazu frischgebackenes  Fladenbrot frei nach einem Rezept von Lutz Geißler. Alle waren begeistert, es war superlecker!! Wenn wir uns auch wegen der Mengen etwas verschätzt haben, ich glaube wir essen noch tagelang Humus …

Nun zu den Rezepten:

Humus mit Foul nach Yotam Ottolenghi

ich habe die Mengen auf   300g getrocknete Kichererbsen und 200g getrocknete und geschälte Dicken Bohnen (=Saubohnen, gibt es in türkischen Geschäften) reduziert, trotzdem würde ich sagen reicht es für mindestens 6 Personen!! Das genaue Rezept kann ich aus Copyrightgründen leider hier nicht wiedergeben, über den Link findet ihr das Rezept auf Englisch.

Fladenbrot mit Vollkornanteil (für 2 Stück)

Fladenbrot
Einfaches Fladenbrotrezept ohne Vorteig mit langer Stockgare im Kühlschrank.

Hauptteig
410 g Weizenmehl 550
130 g Weizenmehl 1050
100 g Weizenvollkornmehl frisch gemahlen
310 g Wasser (ca. 20 °C)
160 g Milch (ca. 20 °C)
10 g Zucker
14 g Salz
12 g Olivenöl
8 g Hefe

Alle Zutaten vermischen und dann bei höherer Geschwindigkeit ca. 8 min kneten, der Teig ist zwar klebrig löst sich aber von der Schüssel und sollte eine gute Kleberentwicklung haben. Teigtempertaur 20 °C.

Nach einer Stunde bei Raumtemperatur kommt der Teig luftdicht abgedeckt bei 5°C in den Kühlschrank. Nach ca. 24 h hat der Teig sich mindestens verdoppelt, er wird in 2 Teile geteilt und dann jeweils vorsichtig rundgewirkt, dazu die Seiten rundum hochklappen, den Teigling wenden und in Form wirken. 15 min abgedeckt entspannen lassen und dann auf ca. 25 cm Durchmesser ausziehen und aufs Blech oder Backpapier legen. Ca. 1 h bei 24°C gehen lassen, dann mit Milch bepinseln, mit den Fingern Vertiefungen eindrücken,  mit Sesam oder Schwarzkümmel bestreuen und ab in den vorgeheizten Ofen bei 240 °C, mit Schwaden. Nach 10 min Backofentür kurz öffnen um den Dampf abzulassen, die Temperatur auf 210°C reduzieren. Gesamtbackzeit ca. 20 min. Gut abkühlen lassen und fertig ist ein leckeres Fladenbrot das Dank des Vollkornanteils aromatischer und frischehaltiger ist.

Zusammen mit dem lauwarmen Humus mit Foul, hartgekochten Eiern und Zwiebeln und Gemüserohkost ergab es heute bei uns ein superleckerers Abendessen, bei dem alle kräftig zugelangt haben.