Pain au Levain mit Hirse

Ein tolles Brot das etwas Geduld und Erfahrung verlangt. Ich habe 2-3 Anläufe gebraucht bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Dieses Pain au Levain (also ein Weizensauerteigbrot ohne Hefezusatz) ist mit  Hirse und Kamut verfeinert, was einen tollen Geschmack und eine gute Frischhaltung ergibt. Voraussetzung ist ein aktiver Weizensauerteig. Sollte dein Weizensauerteig nicht aktiv genug sein kannst du einmal eine  sog. “Hefeführung” vorschalten: Mehl/Wasser/Anstellgut im Verhältnis 2:2:1 mischen und 3-6 h bei Raumtemperatur reifen lassen.

Levain mit Hirse (1  ca. 1000 g Laib)

Sauerteig
55 g Weizenmehl 550
55 g Wasser (ca. 35 °C)
5 g Weizenanstellgut
Alles vermischen und 12-14 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen (sollte sich verdoppeln/verdreifachen). Als Test eine kleine Probe Sauerteig in ein Glas Wasser geben, dort sollte er oben schwimmen.

Hirsebrühstück
50 g Goldhirse
4 g Flohsamenschale (kann man auch weglassen, dann Wasser um 50 ml reduzieren)
150 g heißes Wasser
Alles vermischen und 1-2 Stunden abgedeckt quellen lassen.

Hauptteig
Sauerteig
375 g Weizenmehl 550
75 g Kamutvollkornmehl (oder Weizenvollkornmehl)
50 g Roggenmehl 1150
350 g Wasser (ca. 30 °C) (je nach Mehl erstmal 20 g zurückbehalten)
Alles mischen und 30 min zur Autolyse stehen lassen. 
11 g Salz
10-20 g Wasser (ca. 30°C)

Das Salz mit 10 g Wasser hinzugeben und ca. 3 min langsam und 8 min schnell kneten, bis  der Teig eine gute Glutenentwicklung zeigt.
Für Fortgeschrittene: nochmal 10-20 ml Wasser unterkneten wenn ihr den Eindruck habt, dass der Teig das zuläßt.
Jetzt das Hirsebrühstück zugeben und so lange kneten bis die Hirse gleichmäßig verteilt ist. Die Teigtemperatur sollte 26-27°C betragen.  Den Teig in eine geölte Wanne für 3 Stunden zur Stockgare geben. Nach 25/50/75 min jeweils einmal “dehnen und falten“. Der Teig sollte sich im Volumen in dieser Zeit verdoppeln.
Aufarbeiten: Den Teig auf die bemehlten Arbeitsfläche geben, allseitig bemehlen und dann von jeder Seite einmal mit Spannung einfalten, dabei möglichst wenig Mehl in den Teig bringen. Den Teigling mit dem Schluß nach unten 15 min entspannen lassen. Dann den Teigling wenden und etwas in die Breite ziehen, die untere Hälfte nach oben zur Mitte klappen, von rechts und links wie einen Briefumschlag zur Mitte einklappen und dann die Oberseite, mit Spannung  ganz nach unten klappen, so das ein schönes “Päckchen” entsteht, das man nun in den bemehlten Gärkorb packt. (Man kann den Teigling natürlich auch auf andere Art rundwirken und mit schluß nach oben ins Gärkörbchen.). 
Nun gibt es zwei  Möglichkeiten zur Stückgare: Entweder 2-2,5 Stunden bei Raumtemperatur (regelmäßig die Gare mit dem Fingertest kontrollieren bis man optimalerweise ungefähre 3/4 Gare erreicht ) oder 10-12 Stunden abgedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Dann nach Wunsch einschneiden und sofort in den auf 250°C aufgeheizten Ofen damit. Gut schwaden und nach 15 min die Temperatur auf 200°C reduzieren und weitere 35 min fertig backen, dabei mehrfach die Ofentür kurz öffnen um die Feuchtigkeit abzulassen.

Das Brot gut auskühlen lassen. Das Levain mit Hirse ist ein sehr aromatisches Brot mit lockerer feuchter Krume und einer knusprigen Kruste: einfach lecker!

Baguette rustique au Levain

Bei einem Besuch in Paris im September habe ich dort in einem Biosupermarkt verschiedene dunklere französische Biomehle gekauft. Jetzt habe ich mich daran gemacht daraus ein rustikales Baguette zu backen. Ein “Baguette rustique” eben, aus dunklerem Weizenmehl und mit Poolish und Weizensauerteig. 

Baguette rustique au Levain (3 Stück)

Poolish
100 g Weizenmehl Typ 550
100 g Wasser (ca. 20 °C)
0,1 g Hefe (ein kleiner Krümel)
Den Hefekrümel im Wasser auflösen und gut mit dem Mehl vermischen. 12-14 Std. bei Raumtemperatur stehen lassen.

Weizensauerteig
50 g Weizenmehl 550
50 g Wasser (ca. 32 °C)
5 g Weizen Anstellgut
Alle Zutaten gut mischen und 12-14 Std. abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen, dann sollte ein schön “blubbriger” Weizensauer entstanden sein.

Autolyse/Fermentolyse
reifes Poolish
reifer Weizensauerteig
370 g Weizenmehl T80 / T110 (1:1) alternativ Weizenmehl 1050
210 g Wasser (18-19 °C)
Alles grob vermischen, abdecken und 30 Min. zur Autolyse stehen lassen. 

Hauptteig
Autolyseteig
11 g Salz
5-15 g Wasser B (je nach Mehl)

Salz hinzufügen und ca. 4 Min langsam und 4-6 Min. schnell zu einem glatten und geschmeidigen Teig kneten, dann bei Bedarf Wasser B schluckweise zugeben. Teigtemperatur 24 °C.

Stockgare: 2 Stunden abgedeckt  gehen lassen, dabei nach 20 Min. und 40 min je einmal “dehnen und falten“.

Aufarbeiten: Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen und in 3 Teile aufteilen und diese als ersten Schritt einmal aufrollen, vorsichtig ohne zu viele der Gasblasen im Teig zu zerstören. Die Rollen abgedeckt 15 Min. entspannen lassen und dann zu Baguette-Teiglingen formen: mehr Details zum dazu im Baguettevergleich.

Stückgare: Die geformten Baguetteteiglinge ca. 1 Std. im Bäckerleinen gehen lassen.

Backen: Die Teiglinge auf ein Backpapier legen und dreimal längs einschneiden und ab in den auf 250°C vorgeheizten Ofen mit viel Schwaden. Nach 12 Min. die Temperatur auf 220 °C reduzieren und den Dampf kurz ablassen und weitere 8 Min. fertig backen, bis die Baguettes schön knusprig sind. 

Durch das dunklere Mehl (insbesondere das T110) ist das Volumen nicht ganz so groß wie bei einem Baguette aus hellem Mehl, dafür schmeckt es deutlich kräftiger und auch aromatischer. 

Download des Rezepts für die BackApp (kein PDF zum Drucken):

Baguetterustiqueaulevain.bakingAppRecipe (59 Downloads )

In der BackApp FAQ-Sammlung  erfährst Du wie der Import in die BackApp funktioniert.

Tomaten Ciabatta

Mein erster Beitrag zu einem World Bread Day von Zorra: ein Ciabatta Rezept, diesmal mit Weizensauerteig und  getrockneten Tomaten verfeinert.

Das Rezept basiert auf dem klassischen Ciabattarezept von J. Hamelman, dass ich schon seit Jahren backe. Im Unterschied dazu habe ich diesmal komplett auf das Ciabattamehl der Meraner Mühle gesetzt, wenn ihr normales 550er Weizenmehl verwendet solltet vom Wasser erstmal 40-50 ml zurückhalten. 

Das Rezept für 3 Stück à ca. 500g

Vorteig (Poolish)
300 g Weizenmehl Typo 0 violett (Ciabattamehl)
300 g Wasser (18-20 °C)
0,6 g Hefe
Alles mischen und 12-16 Std. bei Raumtemperatur stehen lassen.

Weizensauerteig
100 g Weizenmehl Typo 0 violett (Ciabattamehl)
100  g Wasser (32 °C)
15 g Weizen-Anstellgut
Alles mischen und 12-16 Std. bei Raumtemperatur stehen lassen.

Autolyse
Poolish
Weizensauerteig
600 g Weizenmehl Typo 0 violett (Ciabattamehl)
340 g Wasser (ca. 17-18 °C)
Alle Zutaten grob vermischen und abgedeckt für 30 Min. quellen lassen.

Hauptteig
Autolyseteig
20 g Salz
6 g Hefe
80 g Wasser B (später zugeben, je nach Mehl nicht die gesamte Menge)

90 g getrocknete Tomaten (ca. 30 Min mit heißem Wasser eingeweicht/abgeseit und klein geschnitten)

Kneten: Salz und Hefe zum Autolyseteig hinzufügen und ca. 4-6 Min. bei niedriger Geschwindigkeit und dann ca. 8 Min bei hoher Geschwindigkeit kneten, bis eine gute Glutenentwicklung erreicht ist (Fenstertest), dann das zusätzliche Wasser portionsweise hinzugeben. Nun die eingeweichten, getrockneten Tomaten langsam unterkneten bis sie gleichmäßig verteilt sind. Die Teigtemperatur sollte ca 25 °C sein.

Stockgare: Abgedeckt in einer geölten Teigwanne für 3 Stunden, nach 30/60/90 Min. jeweils einmal dehnen und falten.

Aufarbeiten: Den Teig vorsichtig auf die gut bemehlte Arbeitsfläche geben, damit viele Gärungsgase im Teig bleiben und die ciabattatypische grobporige Krume entsteht. Den Teig mit einer Teigkarte aufteilen und durch vorsichtiges schieben in die gewünschte rechteckige Form bringen. Mit einem großen Teigschaber auf ein bemehltes Blech oder Backpapier/(Dauerbackfolie übertragen und die Oberfläche gut bemehlen.

Stückgare: Die Teiglinge für 1,5 Std. mit Tuch abgedeckt bei Raumtemperatur reifen lassen.

Backen: 30-40 Min. (je nach Größe) im, auf 250°C  gut vorgeheizten Ofen, mit Schwaden. Nach 10 Min. Backzeit die Temperatur auf 220°C reduzieren. Die letzten 3-5 Min. den Ofen einen Spalt offen lassen um eine krosse Kruste zu erreichen. Gut auskühlen lassen.

Das Tomaten-Ciabatta hat eine krachende dünne Kruste und schmeckt aromatisch nach den getrockneten Tomaten ( beim ersten Mal habe ich nur 50 g zugegeben, inzwischen tendiere ich zu 80-100 g)

Download des Rezepts für die BackApp (kein PDF zum Drucken):

TomatenCiabatta.bakingAppRecipe (143 Downloads )

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