Buchrezension: “Gesund und schlank mit Brot” von Björn Hollensteiner

In seinem dritten Buch hat “Brotdoc” Björn Hollensteiner seinen Beruf als Allgemeinmediziner und sein Hobby des Brotbackens endgültig zusammengebracht. Er startete vor 4 Jahren mit seinem ersten Buch “Der Brotdoc – gesundes Brot aus meinem Ofen” , danach folgte sein Buch “Heimatbrote“. Sein erstes Buch ist ein gutes Einsteigerbuch, das zweite, ein Buch, welches die Brotvielfalt im deutschen Sprachraum in vielen schönen Rezepten beschreibt. Nun stehen im dritten Buch ganz die gesundheitlichen Aspekte von Brot und insbesondere vom “Brot selbst backen” im Vordergrund.

Im ersten Teil erklärt Björn die Bestandteile von Brot, wie der Körper damit umgeht und welche damit zusammenhängenden Erkrankungen es gibt. Er beschreibt, wie das selbst backen von Brot eine Lösung bei solchen Erkrankungen sein kann. Einerseits da man die Inhaltsstoffe durch die Zutaten und die Herstellungsweise beeinflussen kann, aber auch wie z.B. das Brotbacken einem helfen kann, Stress zu bewältigen, was ich aus eigener Erfahrung voll bestätigen kann. 

Ausführlich beschreibt der Autor die medizinischen Hintergründe, worauf man bei unterschiedlichen Unverträglichkeiten (Gluten, Laktose, Histamin etc.) oder bei Allergien bzw. bei Diabetes oder Übergewicht beim Genuss und der Herstellung von Brot achten muss. 

Er erklärt auch, wie man eine nachhaltige Gewichtsreduktion ohne den Verzicht auf Brot, sondern gerade mit Brot als Teil der Diät hinbekommt. Hier bringt Björn auch seine persönlichen Erfahrungen mit ein.

“Weißbrot ist nicht ungesund, sondern lediglich etwas weniger gesund als Vollkornbrot”

Wie in fast jedem Brotbackbuch beschreibt Björn natürlich auch die Grundlagen des Brotbackens von den Grundbegriffen über benötigtes Zubehör bis hin zur Sauerteigzuchtanleitung. Alles ist gut beschrieben, schön sind die Step by Step Fotos zum Rund- und Langwirken.

Die Rezepte

Den Hauptteil des Buches bilden die 40 Rezepte für Brote, Brötchen und Kleingebäck auf über 100 Seiten. Die Auswahl ist nach gesundheitlichen Aspekten erfolgt, so dass viele Rezepte mit hohem Vollkornanteil und besonderen Zutaten wie Hülsenfrüchten dabei sind. Alle Rezepte enthalten immer Angaben zu den jeweiligen positiven Gesundheitsaspekten, bzw. bei welchen Erkrankungen sie besonders geeignet sind, einen exemplarischen Zeitplan, Nährwerte und teilweise Step by Step Anleitungen für das Formen der Gebäcke.

Das ganz Besondere sind sicher die Rezepte mit Zutaten wie Ackerbohnen, Erbsen- oder Linsenschrot oder auch Goldleinsamenmehl. Mit solchen Zutaten erhält man Brote, die aufgrund ihres Einweiß- und Ballaststoffgehalts besonders gesund sind.

Wie immer habe ich auch Rezepte Probe gebacken: Meine Wahl fiel auf das Vollkornbaguette und die Haferbrötchen. Die Vollkornbaguettes (mit 50 % Vollkorn) sind sehr gut geworden und erstaunlich lecker. Sie benötigten bei mir nur eine deutlich längere Stockgare als in Björns Rezept. Die Haferbrötchen mit lange kalter Stückgare sind sehr einfach nachzubacken, gelingsicher und richtig leckere, gesunde Brötchen. In meiner Familie sind sie sehr gut angekommen und werden sicher noch öfter nachgebacken.

Fazit

Das Buch “Gesund und schlank mit Brot” ist ein gut gemachtes Brotbackbuch. Es ist das erste Buch, dass ich kenne, das den Fokus auf die gesundheitlichen Aspekte des Brotbackens und natürlich -essens (😉) legt. Die Rezepte sind, wie beim Brotdoc nicht anders zu erwarten, gut beschreiben und auch gut nachzubacken. Ich empfehle das Buch allen, die sich für die gesundheitlichen Aspekte des Grundnahrungsmittels Brot interessieren und auch gerne mal neue Rezepte für gesundes Brot mit besonderen Zutaten backen wollen.

Hinweis: Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bibliographische Angaben: ISBN 978-3-95453-310-7, 30,00 EUR(D), 30,90 EUR(A), 168 Seiten, Format 21×27 cm, 270 Fotos, Hardcover Text: Dr. med. Björn Hollensteiner, Fotografie: Hubertus Schüler, erschienen am 11. Oktober 2024.

Buchrezension: Kastenbrote von Valesa Schell

Dies ist das zweite Buch von Valesa Schell das ich bespreche und das erste Brotbackbuch, das ich kenne, welches sich ganz auf das Thema backen in der Kastenform konzentriert. Valesa Schell ist durch ihren Blog brotbackliebeundmehr und ihre sehr aktive gleichnamige Facebookgruppe, in den letzten Jahren, zu einer bekannten Person in der deutschen Brotbackszene geworden. Mit „Kastenbrote – unkompliziert backen einfach im Kasten “ ist nun schon ihr insgesamt viertes Brotbackbuch erschienen.

Überblick

Inhaltlich gliedert sich das Buch in neun Kapitel, sechs davon mit Rezepten unterschiedlicher Kategorien und drei Kapitel mit allgemeinen Informationen. Das erste Kapitel “Wissenswertes” führt als Einstieg in die Vorteile des Backens in der Kastenform ein und erklärt die Grundlagen des Brotbackens auf insgesamt 6 Seiten. Sehr schön dabei die Tabelle zum Einfluss der Raumtemperatur auf die Garzeiten. Im zweiten Einleitungskapitel wird das “Basiswissen zu den Rezepte ” auf immerhin 11 Seiten vermittelt. So gibt es schön bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitungen für das Rund- und Langwirken, jede Menge Tipps zum Austausch von Zutaten und eine Anleitung zum Umrechnen der Rezepten bei unterschiedlichen Kastenformen.

Die Rezepte

Die Rezeptkapitel sind in “Rezepte mit Hefe” (16 Rezepte), “… mit Sauerteig” (10), “… mit Lievito Madre” (11), “… mit Vollkorn und Urkorn”(15) , “Herzhaftes aus dem Kasten” (4) und zuletzt “Süßes aus dem Kasten” (3) unterteilt. Dabei wird im Kapitel über Sauerteig und Lievito Madre auch das Ansetzen der entsprechenden Sauerteigen erklärt. Alle Rezepte sind mit sehr ansprechenden Bilder versehen und übersichtlich gestaltet.

Die Autorin hat für ihre Rezepte ein eigenes Grundprinzip für Kastenbrote gewählt, dass die Schritte beim Brotbacken verringert in dem sie die sog. Stockgare entfallen läßt und immer eine Autolyse, also ein Verquellen des Mehls ohne Salzzugabe vor dem Kneten nutzt. Sehr viele Rezepte nutzen eine lange Gare bei Raumtemperatur im Kasten. Dies erinnert etwas an das sog. “Plötz-Prinzip” das Lutz Geissler vor einigen Jahren in seinen beiden Büchern “Brotbacken in Perfektion ….” aufgestellt hat. Bei den meisten Rezepten verzichtet sie auf Vorstufen, nur teilweise werden Brüh- oder Kochstücke eingesetzt. So wird bei den Sauerteigrezepten in der Regel Anstellgut im Hauptteig eingesetzt und z.B. nicht ein Sauerteig am Vortag angesetzt. Dieses Vorgehen macht das Brotbacken einfacher, wobei bei den langen Standzeiten die deutlichen Garzeitunterschiede durch wechselnde Raumtemperatur unbedingt beachtet werden müssen, was Valesa aber auch in ihrer Einleitung erklärt.

Praktische Erfahrungen

Wie meistens habe ich auch aus diesem Buch zwei Rezepte nachgebacken, in diesem Fall den “Quark- Ruch-Kasten” und die “Sonnenkruste”. Beide Rezepte haben gut funktioniert, wenn ich auch wegen der damals herrschenden Sommerhitze die Garzeiten deutlich verkürzen musste. Das Ergebnis waren jeweils leckere Brote, wenngleich ich sie eher in die Kategorie gut aber unspektakulär einordnen würde. Einziges Manko das mir auffiel ist fehlende Angabe einer Wasser- oder Teigtemperatur in den Rezepten, auch im Allgemeinteil konnte ich dazu nichts finden. Ich habe deshalb versucht eine Teigtempertaur von ca. 23-25°C für Weizenmischteige zu erreichen und damit kamen die Garzeiten ungefähr hin. Auf jeden Fall sollte man seinen “Kasten” während der langen Stockgare immer mal wieder begutachten und prüfen ob das Brot vielleicht schon früher in den Ofen muss oder noch ein paar Stunden braucht.

Fazit

Für Anfänger und alle die es beim Brotbacken unkompliziert haben wollen ist das Buch “Kastenbrot” gut geeignet. Ich bin persönlich ein großer Fan der frei geschobenen Brote, da die Vielfalt der Formen und das Mehr an Kruste und damit auch Geschmack mich deutlich mehr faszinieren, aber für alle Freunde der Kastenform bringt dieses Buch viele neue Ideen und Variationen.

Hinweis: Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Ulmer Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt

Buchrezension: “Zeit für Gute Brötchen” von Sonja Bauer

Diese Jahr startete der „Bücherherbst“ mit neuen Brotbackbüchern bereits im Frühsommer:  Den Anfang macht mit dem neuen Buch  „Zeit für gute Brötchen“ Sonja Bauer, dies ist das zweite ganz auf Brötchen zugeschnittene Hobbybäckerbuch innerhalb von kurzer Zeit auf dem deutschsprachigen Buchmarkt nach dem Buch  „Brötchen Backen“ von Lutz Geissler aus dem Jahr 2021. 

Die Autorin des Buchs ist die  Bloggerkollegin Sonja Bauer, bekannt durch ihren Blog cookieundco, insgesamt ist dies nun schon ihr drittes Buch zum Thema Brotbacken. 

Das Buch startet mit einem sehr ausführlichen allgemeinen Teil über 57 Seiten, in dem die notwendige Ausrüstung, die Zutaten und die Schritte der Teigzubereitung erläutert werden. Auch Sauerteig als Triebmittel wird dabei ausführlich besprochen.  Sehr gut gefallen haben mir die detaillierten Austauschregeln, hier geht Sonja darauf ein was man tun kann wenn eine Zutat/Sauerteig/Mehlsorte/etc. nicht zur Verfügung steht und wie diese dann ausgetauscht werden kann.

Die Rezepte

Die Autorin hat den Rezeptteil des Buches mit seinen 50 Rezepten nach der Vorgehensweise bzw. nach der Komplexität der Rezepte in 5 Teile strukturiert. Sie startet mit „One Day Bake“, „Easy & All In“, „Cold & Tasty“, „For Banking Lovers“ und „Sweet & Soft“. Ob einem die englischen Kapiteltitel gefallen ist Geschmacksache, auf jeden Fall weiß man vor vornherein was man bzgl. des Zeitaufwands und der Vorbereitung von den Rezepten des entsprechenden Kapitels erwarten kann. 

Die Rezepte selbst sind übersichtlich gestaltet und immer in der selben Struktur auf 2 Seiten erklärt. Etwas schade ist, dass immer auf zwei Bilder 2 Rezepte folgen, man also das Endergebnis beim Lesen des Rezepts nicht vor Augen hat. Die Fotos an sich sind sehr ansprechend arrangiert und in sehr guter Qualität aufgenommen und machen Lust zum Nachbacken. Die Rezeptauswahl enthält weniger klassische Brötchensorten, sondern viele Eigenkreationen oder Abwandlungen von Sonja. Es gibt allerdings auch Ausnahmen so finden sich mit den Rezepten für Dinkelseelen,  Bagels oder Simit auch Klassiker im Buch. Für manche Klassiker wählt Sonja ungewöhnliche Abwandlungen: So werden die Laugenecken nicht aus einem tourierten Plunderteig hergestellt, sondern aus Teigfladen, die man getrennt durch weiche Butter stapelt. Ich habe das nicht nachgemacht, aber ich könnte mir vorstellen dass das Ergebnis schon deutlich vom bekannten Original abweicht. Auch das Bestreichen von Bagels mit Eistreiche habe ich bei Sonja zum ersten Mal gelesen. 

Kleiner Kritikpunkt am Rande sind die fehlenden Wasser/Schüttflüssigkeitstemperaturen, damit ist es ohne Erfahrung recht schwierig die angestrebten Teigtemperaturen zu erreichen. Regelmäßige Blogleser wissen ja, dass dies einer meiner Lieblingsthemen ist, wer dieses Manko ausgleichen möchte kann sich Rezepte von Sonja in die Back App eingeben und die dortige Funktion zur Berechnung nutzen 😉.

Wie immer bei einer Rezension habe ich auch etwas probegebacken, diesmal fiel die Wahl auf den „Vollkornweck“ aus dem Kapitel „Cold & Tasty“ , ein reines Weizenvollkonrbrötchen: es hat gut geklappt, die Brötchen sind lecker und sehr fluffig geworden, die werde ich sicher nochmal backen. 

Mein Fazit: 

Das Buch  „Zeit für gute Brötchen“  ist ein gutes Buch wenn man etwas über die Grundlagen des Brötchenbackens erfahren will und insbesondere neue Rezeptideen bekommen möchte. Sucht man allerdings eher nach Anregungen wie man traditionelle Brötchensorten herstellt und eine grundsätzliche Einführung ins Thema, würde ich eher zu Lutz Geisslers Brötchenbuch raten. 

Hinweis: Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt.